Abstract: Matthias Herrmann - Strategien und Kontexte, 2007

Das Hauptziel der Arbeit Matthias Herrmann - Strategien und Kontexte ist die Untersuchung der in den Werken des Künstlers angelegten Strategien und Kontexte und die Besprechung eines kunstkritischen Diskurses rund um das Werk. Kritikerinnen und Kritiker, wie Peter Weiermair und Andrea D. Fitzpatrick, haben bereits Forschungsarbeit auf dem Gebiet geleistet. Unterschiedliche Blickmodelle aus Medientheorie und Kunstkritik formen ein nützliches Instrumentarium, um sich dem Werk des Künstlers theoretisch zu nähern.

Herrmann verwendet neben dem Blick auch seinen Körper strategisch als Medium, Projektionsfläche und Fetischobjekt. Kunsthistorische Erscheinungen, wie die Inszenierte Fotografie, die Appropriation Art und die Picture Generation, sowie die Geschichte der Gattung des Selbstportraits, sind Kontexte der Position Matthias Herrmanns.

Der Bruch zwischen Moderne und Postmoderne, der sich im 20. Jahrhundert vollzogen hat, hatte direkten Einfluss auf die Gattung des Selbstportraits und somit auch auf die künstlerische Position Herrmanns. Seine Bilder sind als Metaportraits aufzufassen, weil Zwischenebenen, wie der Herstellungsprozess und die Funktion der Bilder, sowie Eigenschaften des Mediums der Fotografie selbst, als Teile der Werke verhandelt werden.

Das Werk Herrmanns kann als exemplarisch für postmoderne, fotografische Selbstinszenierungen gelten, und stellt dennoch eine Position dar, die in mannigfaltigen Kontexten platziert und rezipiert werden kann.